Frühkindliche Reaktionen: Wie Tonische Labyrinth Reaktion, MORO Reaktion, Fechterstellung, Symmetrisch Tonische Nacken Reaktion die Entwicklung Ihres Kindes beeinflussen

Während der Schwangerschaft, der Geburt und in den allerersten Lebensmonaten bewegt sich das Kind durch Massenbewegungen.

Baby, Kleinkind mit frühkindlichen Reflexen

Ein Neugeborenes bewegt sich in Massenbewegungen. Damit ist gemeint, dass eine durch Bewegung oder Reiz ausgelöste Aktion stets eine indifferente Bewegung des Neugeborenen auslöst. In den ersten Lebenswochen ist häufig die Kopfbewegung des Babys ein Auslöser für eine nachfolgende Bewegung (wie z. B: bei der Tonischen Labyrinth Reaktion, der Fechterstellung oder der Symmetrisch Tonischen Nackenreaktion).

Es kann aber auch eine reaktive Bewegung durch plötzliche Bewegungen, grelles Licht, laute Geräusche, unangenehme Gerüche etcn bewirkt werden. (wie bei der Moro-Reaktion). Auf die Berührung des oralen Bereiches (Mundregion) folgt bei Babys eine Such- oder Saugbewegung.

Frühkindliche Reflexe und Reaktionen in der Schwangerschaft

Die frühkindlichen Reflexe und Reaktionen haben während der Schwangerschaft einen Anteil an der vorgeburtlichen Entwicklung des Kindes bezogen auf den Tonus (Spannungszustand der Muskulatur), die Gleichgewichtsentwicklung und die neuronalen Verknüpfungen.

Frühkindliche tonische Reaktionen unter der Geburt

Unter der Geburt helfen sie dem Kind aufgrund der tonischen Bewegungsmuster den Geburtsvorgang zu unterstützen.

Frühkindliche Reflexe und Reaktionen in der Kindesentwicklung

Nachgeburtlich verlieren die frühkindlichen Reflexe, wie zum Beispiel der Handgreifreflex, der Fußgreifreflex, Such – und Saugreflex an Intensität und sollten zum Ende des 2.Monats nur noch phasenweise oder gering ausgelöst werden können.

Bereits in der 5./6. Lebenswoche beginnt sich das Neugeborene in der Bauchlage in die Streckung zu entwickeln. Mit der beginnenden Aufrichtung gegen die Schwerkraft zeigt es eine zunehmende Symmetrieentwicklung und Kopfkontrolle. Kommen die Neugeborenen und Säuglinge in den ersten drei Monaten nicht in eine physiologische Aufrichtung  und Mittenorientierung, können die tonischen Reaktionen nicht zeitgerecht überformt werden. Die Folge ist eine Dystonie, da eine Mitbewegung des Körpers aufgrund einer Kopfbewegung in geringer bis stärkerer Ausprägung, komplexere Handlungen oder fließende und alternierende Bewegungen beeinträchtigt.  Diese Beeinträchtigungen zeigen sich in den motorischen Akionen, aber auch

  • in einem unsicheren Gleichgewicht
  • Schwierigkeiten die Mittellinie zu kreuzen
  • Okulomotorischen Auffälligkeiten, unsicheren Augenfolgebewegungen
  • in der räumlichen Orientierung und dem räumlichen Sehen

Die frühkindlichen Reaktionen genauer erklärt

An dieser Stelle werden die vier wichtigsten frühkindlichen Reaktionen vorgestellt. Sie können sich hier auch darüber informieren, welche Schwierigkeiten sich einstellen können, wenn frühkindliche Bewegungsmuster unkontrolliert auch noch bei größeren Kindern oder Erwachsenen auftreten.

Moro Reaktion

Eine tonische Reaktion ähnlich einer Moro Reaktion kann als beteiligt angesehen werden bei erhöhter Schreckhaftigkeit und Ängstlichkeit, allgemein niedriger Stressschwelle und schneller sensorischer Überladung sowie bei unangemessen starken Reaktionen auf geringfügige Anlässe; ebenfalls auch bei sozialem Rückzugsverhalten, Schüchternheit und der Schwierigkeit, sich in unbekannten Situationen verbal zu artikulieren.

Weitere Informationen zur Moro Reaktion…

Die Tonische Labyrinth Reaktion

Eine tonische Reaktion ähnlich einer Tonischen Labyrinth Reaktion erschwert in Form von Restreaktionen maßgeblich die Aufrichtung und die Gleichgewichtsentwicklung. Eine Veränderung der Kopfstellung nach vorne oder hinten bewirkt eine unwillkürliche Muskelveränderung, die das Gleichgewichtszentrum irritiert und verstärkte kompensatorische Ausgleichsbewegungen erfordert.

Weitere Informationen zum TLR-Reaktion…

Die Fechterstellung

Bereits vorgeburtlich wird der Asymmetrisch Tonische Nackenreflex in die Fechterstellung überformt. Bleibt eine Kopfbewegung in Form einer tonischen Restreaktion bestehen, werden diese motorischen Unreifen bei Problemen in der Auge-Hand-Koordination (Feinmotorik / Schrift) und der Okulomotorik (fließende Augenfolgebewegungen, wie sie beispielsweise für das Lesen und Abschreiben erforderlich sind) als beteiligt angesehen. Eine Dystonie erschwert das Überkreuzen der Körpermittellinie und damit fließende Überkreuzmuster in allen Bewegungsabläufen.

Weitere Informationen zur Fechterstellung…

Die Symmetrisch Tonische Nacken Reaktion

Tonische Bewegungsmuster ähnlich einer Symmetrisch Tonische Nacken Reaktion erschweren ebenfalls die Aufrichtung. Hierbei geht es um eine Dystonie zwischen der oberen und unteren Körperhälfte. Tonische Restreaktionen führen zu einer mangelnden Körperhaltung und beeinflussen die Auge-Hand-Koordination, Konvergenz und visuelle Wahrnehmung.

Mit Hilfe der Anamnese und des Screenings lassen sich mögliche Ursachen vieler Lern-, Verhaltens-, Bewegungs- und Wahrnehmungsprobleme bei Kindern erkennen und das NEL Training bietet ein motorisches Bewegungsprogramm, um die neurophysiologischen Unreifen in einem „zweiten Anlauf“ zu beheben.

Motorische Aktionen sind die Grundlage für Lernen und Kognition. Die Unreife als Folge mangelnder Aufrichtung in der kindlichen Entwicklung und tonische Dysbalancen erfordern vom Kind große kompensatorische Leistungen, die zu einer schnellen Ermüdung und zu einer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit führen.

Die Anwesenheit tonischer Reaktionen wurde bisher nicht als beeintächtigend angesehen. In der alltäglichen Erziehungs- und Schulpraxis zeigt sich jedoch, dass bei Kindern solche Muster zu beobachten sind. Die mangelnde Bewegungskontrolle erschwert die motorische, sensorische und sozial-emotionale Reife.

Die Möglichkeit, hinter vielen Lern-, Verhaltens-, Bewegungs- und Wahrnehmungsproblemen bei Kindern neurophysiologische Reifestörungen zu entdecken, bietet einen ganzheitlichen Blick auf die Probleme. Lageunsicherheiten, eingeschränkte Kopf-zu-Körperbewegung und Koordinationsstörungen tonischen frühkindlichen Bewegungsmustern zuordnen zu können, eröffnet ganz neue Chancen, diesen Kindern zu helfen, indem an den Ursachen und nicht an den Symptomen angesetzt wird.

Das Ziel des NEL Trainings® (Neurophysiologie – Entwicklung – Lernen) ist, dafür zu sorgen, dass diese Kinder ihr mitgebrachtes Potenzial ungestört und selbstregulierend nutzen können.

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