Frühkindliche Reflexe: Wie TLR, MORO, ATNR, STNR die Entwicklung Ihres Kindes beeinflussen

Während der Schwangerschaft, der Geburt und in den allerersten Lebensmonaten bewegt sich das Kind mit Hilfe von Reflexen. Diese frühkindlichen Reflexe sind automatisch ablaufende, stereotype (immer gleiche) Bewegungen.

Sie werden vom entwicklungsgeschichtlich frühesten Teil des Gehirns durch bestimmte Reize ausgelöst. Häufig ist die Kopfbewegung des Babys ein Auslöser für eine nachfolgende Bewegung (wie z. B: bei dem Tonischen Labyrinth Reflex, Asymmetrisch Tonischen Nackenreflex, Symmetrisch Tonischen Nackenreflex).

Es kann aber auch eine reflexhafte Bewegung durch plötzliche Bewegungen, grelles Licht, laute Geräusche, unangenehme Gerüche etcn bewirkt werden. (wie beim Moro-Reflex). Auf die Berührung des oralen Bereiches (Mundregion) folgt bei Babys eine Such- oder Saugbewegung.

Frühkindliche Reflexe in der Schwangerschaft

Die frühkindlichen Reflexe reifen während der Schwangerschaft heran und haben damit einen Anteil an der vorgeburtlichen Entwicklung des Kindes bezogen auf den Tonus (Spannungszustand der Muskulatur), die Gleichgewichtsentwicklung und die neuronalen Verknüpfungen.

Frühkindliche Reflexe unter der Geburt

Unter der Geburt helfen sie dem Kind aufgrund der tonischen Bewegungsmuster den Geburtsvorgang zu unterstützen.

Frühkindliche Reflexe in der Kindesentwicklung

Nachgeburtlich sollen die frühkindlichen Reflexe durch die beginnende neuromotorische Aufrichtung und die damit verbundene Kopfkontrolle innerhalb der ersten Monate abgelöst werden.

Frühkindliche Reflexe tragen maßgeblich zur Entwicklung eines Kindes bei.

Mit Hilfe dieser automatisch abfolgenden Bewegungen bilden Kinder eine Basis für Fähigkeiten aus, die sie später bei komplexeren Handlungen benötigen. Sie lernen dabei

  • ihr Gleichgewicht zu entwickeln
  • Akkommodation zu entwickeln, also die Fähigkeit sowohl in der Nähe als auch in der Ferne Objekte scharf zu sehen
  • bewegte Gegenstände zu verfolgen, als Voraussetzung für das Lesen und Schreiben
  • die räumliche Orientierung und das räumliche Sehen
  • mit ungewöhnlichen oder bedrohlichen Situationen umzugehen
  • die Mittellinienkreuzung

Die frühkindlichen Reflexe genauer erklärt

Wir möchten an dieser Stelle die vier wichtigsten frühkindlichen Reflexe vorstellen. Sie können sich hier auch darüber informieren, welche Schwierigkeiten sich einstellen können, wenn frühkindliche Bewegungsmuster unkontrolliert auch noch bei größeren Kindern oder Erwachsenen auftreten.

Informationen zum Moro-Reflex:

Der Moro-Reflex beeinflusst das sozial-emotionale Verhalten. Ängstlichkeit oder Wutausbrücke können mit Bewegungsmustern des Moro-Reflexes in Verbindung stehen.

Informationen zum TLR-Reflex:

Der Tonische Labyrinth-Reflex ist maßgeblich an der Entwicklung des Gleichgewichts, der räumlichen, zeitlichen und visuellen Orientierung und der Körperhaltung beteiligt.

Informationen zum ATNR-Reflex:

Der Asymmetrisch Tonische Nackenreflex begünstigt die Ausbildung der Lateralität (Entwicklung einer eindeutigen Rechts- oder Linkshändigkeit) und entwickelt die Fähigkeiten, die später für das Lesen und Schreiben benötigt werden.

Informationen zum STNR-Reflex:

Der Symmetrisch Tonische Nackenreflex schafft  die Voraussetzungen zum Krabbeln die unabhängige Bewegung von Ober-und Unterkörper und die Entwicklung der Akkomodation (die Einstellung des Auges auf verschiedene Gegenstandsweiten).
Informationen dazu werden zur Zeit überarbeitet.

Neurophysiologische Entwicklungsförderung DGNE®
erkennt Ursachen vieler Lern-, Verhaltens-, Bewegungs- und Wahrnehmungsprobleme bei Kindern

Motorische Aktionen sind die Grundlage für Lernen und Kognition. Die Unreife als Folge mangelnder Aufrichtung in der kindlichen Entwicklung und tonische Dysbalancen erfordern vom Kind große kompensatorische Leistungen, die zu einer schnellen Ermüdung und zu einer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit führen.

Die Anwesenheit frühkindlicher Reflexe wurde bisher ausschließlich als Symptom hirnorganischer Schädigungen angesehen. In der alltäglichen Erziehungs- und Schulpraxis zeigt sich jedoch, dass auch bei Kindern ohne diese Schädigungen solche Muster zu beobachten sind. Die mangelnde Bewegungskontrolle erschwert die motorische, sensorische und sozial-emotionale Reife.

Die Möglichkeit, hinter vielen Lern-, Verhaltens-, Bewegungs- und Wahrnehmungsproblemen bei Kindern neurophysiologische Reifestörungen zu entdecken, bietet einen ganzheitlichen Blick auf die Probleme. Lageunsicherheiten, eingeschränkte Kopf-zu-Körperbewegung und Koordinationsstörungen tonischen frühkindlichen Bewegungsmustern zuordnen zu können, eröffnet ganz neue Chancen, diesen Kindern zu helfen, indem an den Ursachen und nicht an den Symptomen angesetzt wird.

Das Ziel der Neurophysiologischen Entwicklungsförderung DGNE® ist, dafür zu sorgen, dass diese Kinder ihr mitgebrachtes Potenzial ungestört und selbstregulierend nutzen können. Infos zur NE-Therapie

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